Was Sie über Rheuma wissen sollten

Symptome

Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine ganze Gruppe an unterschiedlichen Erkrankungen am Stütz- und Bewegungsapparat, die mit fließenden, ziehenden Schmerzen in den Knochen und Gelenken einhergehen.

Dabei können verschiedenste Gelenke betroffen sein, beispielsweise Hüftgelenk, Knie, Ellbogen, Finger, Zehen, Handgelenk sowie der Rücken, die Wirbelsäule und verschiedene Muskeln. Mögliche Begleiterscheinungen sind Schwellungen, steife Gelenke und Rötungen an den erkrankten Gebieten.

Ursache

Insgesamt zählen circa 400 verschiedene Erkrankungen zum rheumatischen Beschwerdekreis. Fachleute unterscheiden zwischen verschiedenen Hauptgruppen:

  • Degenerative (verschleißbedingte) rheumatische Erkrankungen. Dazu zählen:
    • Arthrose: Dies ist eine altersbedingte Verschleißerscheinung. Bei einer Arthrose ist die Knorpelmasse im Gelenk verringert. Der Knorpel erfüllt eine wichtige Schutzfunktion für die Knochen und ermöglicht den Gelenken eine reibungsfreie Bewegung. Bei Arthrose hält dieses „Gleitmittel“ den Kräften, die auf das Gelenk einwirken, nicht mehr stand. Der Gelenkknorpel wird allmählich abgerieben und verliert seine Elastizität. Dadurch wird er weniger belastbar und erfüllt nicht mehr im vollen Umfang seine Schutzfunktion für die Knochen. Dann reiben quasi Knochen an Knochen, wodurch die Schmerzen entstehen. Arthrose entsteht häufig mit zunehmendem Alter. Aber auch durch Fehlstellungen und Verletzungen, die nicht gut ausgeheilt sind, kann Arthrose entstehen. Ab einem Alter von etwa 65 leidet fast jeder Mensch an einer Form von Arthrose.
    • Sehnenscheidenentzündung: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Sehnenscheiden. Sie tritt vor allem im Bereich von mittleren bis großen Gelenken auf, häufig am Handgelenk. Neben starken Schmerzen sind Schwellung und Rötung im Verlauf der Sehne weitere mögliche Symptome. Eine Sehnenscheidenentzündung entsteht häufig durch übermäßig starke Beanspruchung bestimmter Sehnen, beispielsweise wenn man eine Bewegung ständig wiederholt.
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Dazu zählen:
    • Rheumatoide Arthritis: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Gelenke. Die Ursachen für die rheumatoide Arthritis sind bis heute nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielen aber genetische Faktoren eine Rolle. Bei der rheumatoiden Arthritis wandern vermutlich fehlgesteuerte Immunzellen in die Gelenke und produzieren dort verschiedene entzündungsfördernde Stoffe. Obwohl im Frühstadium manchmal nur wenige Gelenke betroffen sind, entwickelt sich meist nach einer gewissen Zeit eine sogenannte Polyarthritis, d.h. eine Entzündung mehrerer Gelenke des Körpers. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.
    • Morbus Bechterew: Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und des Beckens. Typische Symptome sind zunächst anhaltende tief sitzende Kreuzschmerzen – insbesondere morgens. Weiter treten beim Morbus Bechterew zerstörende und neubildende Knochenveränderungen gleichzeitig auf. Die Erkrankung verläuft in Schüben, manchmal verstärkt durch Nässe und Kälte.
  • Rheumatische nichtentzündliche Erkrankungen. Dazu zählen:
    • Nichtentzündlicher Weichteilrheumatismus: Dazu gehören die Erkrankungen des Weichteilmantels von Gelenken, Erkrankungen der Muskeln, der Sehnen(ansätze) oder auch der Schleimbeutel. Bei der Entstehung nichtentzündlicher weichteilrheumatischer Erkrankungen spielen vermutlich psychische Faktoren oft eine große Rolle – denn innere Spannungen durch Stress, Ängste und Sorgen drücken sich meistens auch in einer angespannten Körperhaltung aus, die letztlich zu Muskelverspannungen führt.
    • Fibromyalgie: Eine besondere Form von Weichteilrheumatismus ist die Fibromyalgie. Dies ist eine chronische Erkrankung, die weit verbreitete Schmerzen an verschiedenen Stellen der Muskulatur, der Gelenke und im Bereich des Rückens verursacht. Der Begriff Fibromyalgie bedeutet in etwa Faser-Muskel-Schmerz. Typisch sind neben den Schmerzen Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Konzentrations- und Schlafprobleme. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Die meisten Experten vermuten heute, dass bei einer Fibromyalgie eine Störung der Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem vorliegt. Diese Störung führt dazu, dass Patienten überempfindlich auf Reize reagieren.

Häufigkeit

Schätzungsweise leidet jeder 4. Deutsche an Rheuma. Etwa 20 Millionen Menschen leiden hierzulande an dieser Krankheit in einer ihrer vielen Formen. Über 90 % der 65-jährigen sind beispielsweise von Arthrosen betroffen.

Knapp sieben Millionen Menschen haben schwere, rheumatisch bedingte chronische Rückenschmerzen, rund sechs Millionen Kniegelenksarthrose und vier Millionen eine Polyarthrose in den Händen. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen betreffen 1,5 Millionen Erwachsene in Deutschland.

Behandlung

Rheuma kann inzwischen gut mit entzündungshemmenden und schmerzlindernden Arzneimitteln behandelt werden. Ziel der Therapie ist es vor allem, dem Patienten die Schmerzen zu nehmen und die betroffenen Gelenke und deren Beweglichkeit zu erhalten.

Da Rheuma-Patienten häufig unter chronischen Beschwerden leiden, empfehlen Experten eine regelmäßige Behandlung, die die chronische Schmerzbelastung kontinuierlich senkt. Daher ist es besonders wichtig, dass diese Behandlung gut verträglich ist und das gewählte Arzneimittel keine schweren Nebenwirkungen aufweist. Auch sollte das Arzneimittel keine bekannten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zeigen. Denn das könnte vor allem für ältere Menschen zum Problem werden, die häufig auf die Einnahme verschiedener Medikamente angewiesen sind.

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